»extra — experimental trails« - Festival für experimentelle Film- und Videokunst

Festivaldauer
28. bis 30. November 2013 im Cineding Leipzig,
Beginn jeweils ab 19 Uhr
Eintritt frei

Ausstellungsdauer
28. November bis 14. Dezember 2013 im D21 Kunstraum Leipzig

Eröffnung der Ausstellung
Mittwoch, den 27.11.2013, 19 Uhr, im D21 Kunstraum Leipzig

Öffnungszeiten der Ausstellung
Donnerstag – Sonntag, 13 – 19 Uhr

Kuratoren:
Gottfried Binder
Juliane Richter

Programm:
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Die Ausstellung und das Festival für experimentelle Film und Videokunst »extra – experimental trails« bietet in der zweiten Ausgabe 2013 neuen filmischen Sichtweisen für drei Tage eine offene und zeitgenössische Diskussions- und Ausstellungsplattform. »extra« gliedert sich in die seit 2006 im D21 Kunstraum existierende »Reihe Experimentalfilm« ein, die in regelmäßigen Abständen FilmemacherInnen aus dem Experimentalfilmbereich vorstellt.

Am Anfang von »extra« stand ein internationaler Open Call, der den EinsenderInnen keinerlei Beschränkungen hinsichtlich Alter oder Ausbildung sowie bezüglich Länge, Genre oder Präsentationsmodi der Arbeiten auferlegte – ausschlaggebend sollte zunächst die Selbsteinschätzung und Kategorisierung der AutorInnen hinsichtlich der Gattung „experimenteller Film“ selbst sein. Aus diesem Fundus wurden die eindrucksvollsten, überzeugendsten oder überraschendsten Arbeiten ausgewählt und zu einem kuratierten Programm zusammengestellt, welches an den drei Festivalabenden außerhalb eines Wettbewerbes und ohne Jurybewertung im Programmkino Cineding präsentiert und in Anwesenheit der FilmemacherInnen diskutiert wird.

Die auf drei Tage verteilten Screenings der Favoriten im Cineding sind ein bewusstes Bekenntnis zum Kinoraum, zur ihm noch immer innewohnenden Mystik und zu der sozialen Erfahrung, die durch ihn ermöglicht wird und die wir nicht missen möchten.

Im Rahmen der Ausstellung im D21 Kunstraum hingegen, wo die eingesandten Film- und Videoarbeiten ohne Ausnahme zu sehen sind, werden die Möglichkeiten und Grenzen des Ausstellens von Filmen und Videos installativ befragt und erforscht. Wir möchten durch die Offenlegung des Auswahlprozesses – schließlich könnte sich jede/r Besuchende im D21 Kunstraum alle Bewerbungen ansehen, sollte er oder sie genügend Zeit mitbringen – auch die subjektiven Kriterien oder Geschmäcker transparent machen, die zur Zu- oder Absage für das Festivalprogramm geführt haben.

Vor dem Panorama der über einhundert eingesandten Beispiele zeitgenössischer Filmkunst möchten wir grundlegende Fragen stellen: Was ist das Experimentelle im Experimentalfilm? Wie definieren und formulieren „experimentelle“ Filmschaffende heute ihre Standpunkte und ihre Arbeitsweise in Selbstaussagen und in ihren praktischen Arbeiten? Was sind überhaupt die Kriterien dafür, einen Film oder ein Video als experimentell zu kategorisieren? Wie sinnvoll sind per se einengende Gattungsgrenzen und Genrebezeichnungen im filmischen Diskurs? Diese Themen sollen während des Festivals und der Gespräche zwar nicht erschöpfend behandelt, aber dennoch ohne Scheu angesprochen und diskutiert werden.

»extra« speist sich entsprechend dem Namen, einem Akronym aus experimental und trails (engl.: Pfade, Spuren), aus Arbeiten experimenteller FilmkünstlerInnen, deren Positionen, Ästhetik oder Arbeitsweise noch nicht oder wenig etabliert sind und die noch keinem allgemeinen Kanon oder Konsens angehören. Nicht als Gegenüberstellung, sondern vielmehr als Ergänzung, möchten wir während des Festivals dennoch zwei bekanntere, bereits länger schaffende Filmemacher zum Screening und zum öffentlichen Gespräch einladen: Romeo Grünfelder erforscht in seinen Arbeiten paranormale Phänomene, seine Filme und Videos oszillieren im weitesten Sinne zwischen experimentellen Dokumentationen und Bildender Kunst. Das gleiche könnte man auch von Lutz Dammbeck behaupten, sein Film „Das Netz“, der am 29. November im Cineding gezeigt wird, hat darüber hinaus durch aktuelle Entwicklungen neue, beinahe visionäre Sprengkraft gewonnen.

Um die Diskussionen nicht abreißen zu lassen, wird ab 2014 im D21 Kunstraum Leipzig die Screening– und Diskussionsreihe »EXTRÆX — experimental tracks« etabliert. Hier werden in thematischen Clustern Experimentalfilme und Videos vorgeführt und – ganz im Sinne einer Versuchsanordnung – in begleitenden theoretischen Vorträgen mit WissenschaftlerInnen verschiedenster Disziplinen diskutiert und erprobt. Sind Definitionen zum experimentellen Arbeiten im disziplinübergreifenden Diskurs gar vergleichbar? Auf einer bereits bei »extra« gelegten Wissensbasis soll hier die theoretische Auseinandersetzung mit der Gattung „Experimentalfilm" gefördert werden.

Es ist geplant, im Anschluss an das Festival ein über die Bibliothek der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig öffentlich zugängliches Archiv für experimentelle Film– und Videokunst aufzubauen, für das die Einsendungen der beiden »extra«-Ausgaben den Grundstein gelegt haben.

Im Rahmen des Festivals kann gegen Spende eine Postkarte erworben werden, die zu einer Jahresmitgliedschaft in der Filmgalerie Alpha60 und im DVD-/Videoverleih Memento berechtigt.

»extra« ist ein Kooperationsprojekt des D21 Kunstraum Leipzig, des Cineding Leipzig, der Filmgalerie Alpha 60/Vitakuben Film (Leipzig) und dem DVD-/Videoverleih Memento und wird gefördert vom Kulturamt Leipzig, dem Studentenwerk Leipzig und dem StuRa der Universität Leipzig.

KünstlerInnen:

Julia Albrecht, Urte Alfs, Nadine Arbeiter, Susann Arnold, Jessica Asmus, Atelier am Park, Mark Auerbach, Edin Bajric, Frederik Baur, Aleksandra Beeker, Laura Belker, Maurits Boettger, Dina Boswank, Natalia Bougai, Frank Bubenzer, Christian Buckenauer, Ronny Bulik, Harald Burger, Véronique Cartier-Hampel, Cindy Cordt, Zhenia Couso Martell, Philipp Diettrich, Lena Ditte Nissen, Björn Drenkwitz, Fabian Driehorst, Sonja Dürscheid, Jennifer Eberhardt, Julia Emmler, ensó, Lorenz Fidel Huchthausen, Matthias Fitz, Jens Franke, Yule Franke, Kuesti Fraun, Louis Fried, Matthias Fritsch, Andreas Giesecke, Carolin Gießner, Andonia Gischina, Noam Gorbat, Florian Göthner, Konstantinos Antonios Goutos, Martina Gromadzki, Reinhard Hampel, Lissy Heckel, Marcus Held, Helene Hellmich, Sascha Herrmann, Maximilian Hohlweg, Mark Hornbogen, Christin Huber, Theo Huber, Sophie Innmann, Britta M. Ischka, Daniela Junghans, Franziska Kabisch, Dennis Kacs, Anas Kahal, Oleg Kauz, Jana Keuchel, Do Kim, Hannes Kleinschmidt, Juliane Kuhnt, Alexander Langberg, Kathrin Lemcke, Marie-Eve Levasseur, Patricia Lincke, Therese Lippold, Maria Manasterny, Rita Martin, Karl-Heinz Mauermann, Ragnhild May, Leo Merkel, Katharina Merten, Henrike Naumann, Philip Neues, Daniel Neumann, Philotheus Nisch, Nina Nowak, Chrischa Venus Oswald, Ben Paetzold, Ginevra Panzetti, Mehi Park, Lukas Pfalzer, Sven Piayda, Fabian Polinski, Rahel Pötsch, Meike Redeker, Patrick Richter, Sophie Salzer, Benjamin Schmidt, Nicolaas Schmidt, Sarah Schreier, Marcel Schreiter, Eva Maria Schug, Frederic Schuld, Irem Schwarz, Maya Schweizer, Maria Schwerdtner, Antje Seeger, Ginan Seidl, Johanna Selge, Gine Selle, Johannes Siebler, Amelita Silea, Bastian Sistig, Jana Slaby, Markus Soukup, Isabell Spengler, Ruth Strähhuber, Kestutis Svirnelis, Daniel Theuring, Torsten Thiele, Thalke Thyen, Enrico Ticconi, Claudia Trost, Deborah Uhde, Charlotte Voelskow, Johanna Wagner, Pablo Walser, Eberhard Weible, Samuel Weikopf, Julia Weißenberg, Susann Weißhaar, Maeshelle West-Davies, Clara Wieck, Xenia Wierzbicki, Nina Wiesnagrotzki, Veronica Wüst

Festivalprogramm im Cineding Leipzig:

Donnerstag, 28. November 2013

Maximilian Hohlweg: mein Kind
6:23 min
Österreich 2013
PREMIERE

Noam Gorbat: Let's Call It Swimming
17 min
Deutschland 2013
PREMIERE

Deborah Uhde: Ene Mene Mu
19:39 min
Deutschland 2013
PREMIERE

Sven Piayda: Ghost Lights
3 min
Deutschland 2013

Susann Weißhaar: SCHIEF_GANG
6:24 min
Deutschland 2013
PREMIERE

Antje Seeger: Taking pictures
0:28 min
Deutschland 2013
PREMIERE

Franziska Kabisch: Ein Film
3:32 min
Deutschland 2012

20.30 Uhr: Künstlergespräch und Film

»Fokus – Romeo Grünfelder«


Der anwesende Filmemacher Romeo Grünfelder stellt eine Auswahl seines filmischen Œuvres vor und zur Diskussion. Dabei werden Aspekte des „Experimentellen“ seiner Arbeiten betrachtet und unter anderem gefragt: Worin besteht und welchem Zweck dient das Experiment im Experimentalfilm?


 

Freitag, 29. November 2013

Maya Schweizer: A Memorial, A Synogogue, A Bridge and A Church
12 min
Bratislava 2012

Marie-Eve Levasseur, Andreas Giesecke: Occupy
23:14 min
Deutschland 2012
PREMIERE

Natalia Bougai: d wie dora
5:30 min
Deutschland 2010

Louis Fried: Die Wüste Malo
22:30 min
Deutschland 2013

Henrike Naumann: TRIANGULAR STORIES
16:45 min
Deutschland 2012

Alexander Langberg: Merkel
2:59 min
Deutschland 2013
PREMIERE

Konstantinos Antinios Goutos: life circle live circus life
5:28 min
Griechenland, Deuschland 2005-2007

Isabell Spengler: PSYCHIC TEQUILA TAROT
24 min
USA, Deutschland 1998

 

Sonnabend, 30. November 2013

Frank Bubenzer: NEUNAUGE VIDEOS
36:02 min
Deutschland 1991 – 2013
PREMIERE

Matthias Fitz: electromagnetic plot
6:58 min
Deutschland 2008

Dina Boswank: The machine can read the lines, right?
7:33 min
Indien, Deutschland 2013
PREMIERE

Lorenz Fidel Huchthausen: Alter & Junge
4:29 min
Deutschland 2013
PREMIERE

Mark Hornbogen: STMBL
2:27 min
Deutschland 2013

Björn Drenkwitz: Duett
8:39 min
Deutschland 2012
PREMIERE

20 Uhr: 
»Das Netz – Unabomber/LSD/Internet«, Regie: Lutz Dammbeck, 35 mm, 121 min, D 2003


Ein experimenteller Dokumentarfilm über die Anfänge und den Aufstieg des Internets, bewusstseinsverändernde Drogen, militärische Experimente und den sogenannten 'Unabomer' Ted Kaczynski.
Filmvorführung in Anwesenheit des Filmemachers, mit Einführung und Künstlergespräch


Eintritt an der Kinokasse

22 Uhr: Künstlergespräch
»Unter dem Banner der Regression«

Eine Diskussion mit Lutz Dammbeck


Weitere Veranstaltungen im D21 Kunstraum Leipzig:

Sonnabend, 7. Dezember 2013

19 Uhr
»Tineola Bisselliella & Chromaton«
Experimente in audio-visueller Improvisation von Martin Schütz, Paul Elvers, Tim Grunwald und Nicolás Rupcich.

......

Sonnabend, 14. Dezember 2013

19 Uhr
"Von Arties, Kaffee und Cinema 16 – Amerikanischer Experimentalfilm und Art Cinemas"
Ein Vortrag der Filmwissenschaftlerin Claudia Cornelius

Finnissage von »extra« 2013

Kooperationspartner

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Gefördert durch

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