Themenfokus 2017 im D21 Kunstraum

Der Aufstieg nationalistischer Strömungen, der Brexit, Trumps Executive Orders, das Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei – zurzeit verschieben sich weltweit soziale Übereinkünfte und Rechte. Recht reflektiert unsere Vorstellung von Gesellschaft, unsere Werte. Doch es beruht auf Pfeilern, die durch die Globalisierung und Digitalisierung zunehmend instabiler wirken: auf Territorium, fester Identität und Eigentum. Der Krise unseres Rechts mit agressivem Nationalismus

und geschlossenen Grenzen zu begegnen, löst die Widersprüche nicht auf. Die Welt wird mehr und mehr von globalen Akteuren wie supranationalen Organisationen und NGOs bestimmt. Zudem beherrschen technische Normen und Standards, die in Expertengremien entschieden werden, unseren Alltag.

Das Programm des D21 Kunstraum sucht 2017 in einer Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen nach neuen Formen und Praxen von Recht. Damit wollen wir eine Auseinandersetzung anregen, wo und durch wen heute Recht geschaffen und durchgesetzt wird und wie Gesetze materiell werden.

In den letzten Jahren hat, unter anderem von dem Theorien Bruno Latours und Donna Haraways beeinflusst, in der Kunst eine intensive Auseinandersetzung mit einem Denken stattgefunden, das sich von der Unterscheidung in Subjekt und Objekt verabschiedet. Diese Unterscheidung ist für unser bisheriges Konzept von Recht substanziell. Das Rechtssubjekt, im 19. Jahrhundert explizit als weiß und männlich definiert, beruht auf Ausschluss, auf der Delegitimierung von anderen Stimmen. Der Subjektstatus hat sich durch gesellschaftliche Kämpfe ausgedehnt auf Frauen, „Minoritäten“ und in einigen Ländern inzwischen auch auf Flüsse oder die Natur an sich.

Doch nach wie vor schließt er eine Vielzahl von menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren aus.  

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Eröffnung: 23.02.2017, 19 Uhr

Ausstellungszeitraum: 24.02. - 12.03.2017

Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 15 bis 19 Uhr

Künstler: Daniel Engelberg und Marcel Große

In der Ausstellung »GROGGY III« treffen die Arbeiten von Marcel Große und Daniel Engelberg aufeinander. Während des Aufbauprozesses entstehen im Dialog Arbeiten, die den Raum neu interpretieren. Dabei beziehen sich die künstlerischen Positionen auf das jeweilige Gegenüber und auf den Ausstellungsort selbst. Im Austausch miteinander werden beide eine gemeinsame raumbezogene Installation realisieren, welche die beiden Arbeiten teils verbindet, teils gegenüberstellt.

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Vojtech Rada, »Nebul Core«, Filmstill, 2016
Filmstil von »Nebul Core video instalation«, Vojtech Rada, 2016

Ausstellungsdauer: 26. Januar bis 12. Februar 2017
Die Window Display Show #7 ist jeweils von Freitag bis Montag ab 20 Uhr bis zum Morgengrauen in den Schaufenstern des D21 Kunstraum zu sehen.

mit: Petra Lellakova und Vladimira Vecerova, David Prilucik, Vojtech Rada, Lucie Rosenfeldova

Kuratorin: Tereza Hruskova

Hraničení ist ein wenig gebräuchliches tschechisches Wort, das das Verhältnis zweier benachbarter Dinge oder Wesen beschreibt, ähnlich dem Teilen einer Grenze mit Etwas oder Jemanden. Es kann mit „Umrandung“ nur grob übersetzt werden. Wenn das Wort getrennt wird (Hra/ničení), ergeben sich durch diese kleine Änderung die beiden Worte „Spiel“ und „Zerstörung“.

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Eröffnung: 28.12.2016, 19:00 Uhr
Ausstellung: 29.12.2016 – 15.1.2017

Radio Schichten: 8.1.2017, 19:00 Uhr

Führung Und Finissage: 15.1.2017, 18:00 Uhr

Öffnungszeiten: Do–So 15–19h und nach Vereinbarung
(!) Am 31.12.2016 und 1.1.2017 ist die Ausstellung geschlossen.

Künstler_innen: Anne Quirynen (BE/DE), Laurie Palmer (US) Katrin Streicher (DE), Prabhakar Pachpute (IN), Linda Kantchev (DE), Maximilian Erbacher (DE), Charlotte Eifler und Thomas Mader (DE), Frank Mukunday & Tétshim (CG), Louis Henderson (UK), u.a.

Kuratiert von: Elisabeth Pichler und Lena von Geyso
www.keinortsonderneinzustand.de

Die *Ausstellung*SCHICHTEN rückt Auswirkungen des Ressourcenabbaus und damit einhergehende Veränderungen von Lebensverhältnissen in lokalen und globalen Zusammenhängen in den Fokus. Arbeiten internationaler Künstler_innen zeugen von der Prägung der Menschen und Landschaften durch die Eingriffe in die Natur – und den damit verwobenen Geschichten:

Zeit- und Sedimentschichten, zurückgelassene Landschaften, Holz, Stein und Pixelbilder werden auseinandergenommen und um – gegenwärtige und vergangene – utopische Vorstellungen und Projektionen ergänzt.

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Tilo Schulz / Barbara Köhler »BLÄTTERN« 2016
Tilo Schulz / Barbara Köhler »BLÄTTERN« 2016

Künstler_innen: Tilo Schulz in Kooperation mit Barbara Köhler und Laetitia Mazzotti

Kurator: Leif Magne Tangen

Ausstellungsdauer: 24. November bis 18. Dezember 2016

Veranstaltungen:

  • 24. November, 19 Uhr
    Lesung mit Tilo Schulz und der Schauspielerin Laetitia Mazzotti (theater sýstema)
    Gespräch zwischen Tilo Schulz und Leif Magne Tangen
  • 15. Dezember, 19 Uhr
    Lesung und Gespräch zwischen der Autorin Barbara Köhler und Tilo Schulz

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