»Speculative Fiction Series I«

Filmreihe des D21 Kunstraum Leipzig im Rahmen einer Lehrveranstaltung der Klasse "Expanded Cinema" in Kooperation mit Clemens von Wedemeyer begleitend zur Ausstellung »future history« im D21 Kunstraum (13. Juli – 10. August 2014).

Filmreihe
28. Mai, 18. Juni und 8. Juli 2014

28. Mai 2014, 18 Uhr

Andrzej Zulawski »Der silberne Planet«

1977/1988, PL, 160 min, OmU

Eine Handvoll Astronauten stranden auf einem fremden Planeten und werden zu den Urahnen eines neuen, primitiven Menschenstammes. Viele Jahre später kommt ein anderer Astronaut von der Erde auf den silbernen Planeten – und schwingt sich zum Gott dieser neuen Menschen auf.

Zulawskis Verfilmung der so genannten »Mond-Trilogie« wurde 1977 bei den Dreharbeiten von den polnischen Behörden gestoppt, Requisiten und Kulissen zerstört und der Regisseur verhaftet. Zulawski konnte erst 1987 aus den gerettetem Filmmaterial und Ergänzungen durch Voice-Over Kommentare den Film abschließen.

»Der silberne Planet« ist ein Film, der das Genre nur oberflächlich benutzt, um sich philosophisch mit Menschheit und Religion auseinanderzusetzen. Der unvollendete, fragmentarische Film ist eines der visionärsten Werke im Bereich des Science Fiction und hat in Polen eine ganze Generation von Künstlern, unter anderem Artur Zmijewski, beeinflusst. Außerhalb Polens ist er dagegen immer noch ein Geheimtipp.

18. Juni 2014, 20 Uhr

Sylvestre Amoussou »Africa Paradis«

2006, BEN, FRA, 86 min., OmEU

Willkommen in den U.S. of A. Im Jahr 2040 sind die Vereinigten Staaten von Afrika ein prosperierender Kontinent, der sich vor illegaler Immigration aus Europa schützt. Das französische Paar Oliver und Pauline träumen von einem besseren Leben in den Vereinigten Staaten von Afrika. Als ihr Versuch, ein Einreise-Visum zu bekommen scheitert, entschliessen sie sich mit Hilfe eines Schleppers einzureisen. Fortan sind sie konfrontiert mit der harten Realität der illegalen Immigration. Regisseur und Hauptdarsteller Sylvestre Amoussou vertauscht in dieser Science-Fiction Komödie die eingespielten Rollen und Verhaltensweisen von »Schwarz und Weiß«. Dies führt zu einer Irritation der Betrachtung: die (europäischen) Zuschauer geraten in einen Konflikt zwischen unbewusster Rollenerwartung und der im Film etablierten Normalität. Der erste Langfilm des aus Benin stammenden Schauspielers und Regisseurs Sylvestre Amoussou erhielt beim Fespaco 2007 den Preis für die beste Ausstattung, und den Großen Preis der Jury beim Festival von Verona.

8. Juli 2014, 20 Uhr

Cauleen Smith »Afrofuturist tapes« und Gespräch mit der Künstlerin

»Afrofuturist tapes«
Eine Auswahl von Kurzfilmen.
USA, 2008, 50min

Cauleen Smith ist Filmemacherin und Künstlerin. Zur Zeit arbeitet sie als Dozentin für bildende Kunst an der University of California in San Diego. Zuletzt wurden ihre Arbeiten in großen Einzelausstellungen im Museum of Contemporary Art Chicago und The Kitchen, New York gezeigt. Sie ist mit Stipendien vom Rockefeller Inter-Cultural Media Arts Fellowship, dem American Film Institute, dem National Black Programming Consortium, Artmatters und Creative Capital ausgezeichnet worden. 2007 wurde sie von Creative Time und Paul Chan beauftragt, ein Video als Reaktion auf New Orleans nach dem Hurricane Katrina zu drehen. Der Film »The Fullness of Time« gewann den Jury Award als bester Film beim New Orleans International Film Festival.

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