Im Januar bespielt Octavian Fedorovici (RO, BR) mit der »Shattered Light Show« die Fenster des D21 Kunstraum. Er benutzt Lupen, Kaleidoskope und Linsen aller Arten, um Bilder für seine Stop-Motion-Filme zu erzeugen. Angelehnt an die Aufmerksamkeitsstrategien der Werbung sollen seine Filme die Passanten anlocken. Jedoch führt die »Shattered Light Show« nicht zur städtischen konsumorientierten Zerstreuung, sondern lädt zum Nachsinnen ein. In einem metaphorischen Sinn wird die »Shattered Light Show« zum Spiegelbild unserer Konsumgesellschaft mittels choreographierten Lichts.

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Proteste gegen die Weltwirtschaft, gegen Spekulation mit Nahrungsmitteln, gegen die Mechanismen des Kunstmarkts – sie gehen oft nicht über eine einfache Kritik an der Spekulation an sich hinaus. Aber was genau ist Spekulation? Welches Feld eröffnet sich, besinnt man sich auf das spekulative Denken als progressives und auch utopisches Werkzeug unserer Gesellschaft?

Kuratorinnen: Lena Brüggemann und Hannah Sieben

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Schon 1839, nach der Erfindung der Daguerreotypie, erklärte Paul Delaroche die Malerei für tot. Später dann, im Jahr 1921, behauptete Alexander Rodtschenko nach der Fertigstellung seiner ikonischen, aus Primärfarben bestehenden Malereien, dass das Medium nun an der Grenze seiner Möglichkeiten angelangt sei. Entgegen dieser Prognosen bestand die Malerei – sehr zum Leidwesen jener Masse an Kritikern, die in ihr lediglich den Kunstmarkt, die Konsumkultur sowie einen Mangel an kritischem Potential erkennen wollen – jedoch fort. Obwohl man sie angeschossen (Niki de Saint Phalle, 1961), verbrannt (Antonio Manfredi, 2012), niedergestochen (Lucio Fontana, 1960er) und fast als Bügelbrett (Marcel Duchamp, »Reziprokes Ready-made: Man benutze einen Rembrandt als Bügelbrett«, 1911) verwendet hat, lässt sich ihr Tod bis jetzt keineswegs feststellen. Wie sehen wir die Malerei heute? Denken wir immer noch, dass sie im Sterben liegt? Wie beeinflusst ihr vielschichtiges Erbe die Praktiken gegenwärtiger Kunst? In der Ausstellung »Die Schlampe Malerei« zeigt der D21 Kunstraum sechs junge Leipziger KünstlerInnen, die sich jenen Fragen mit Hilfe verschiedener Medien annehmen und versuchen, Malerei als Konzept, als Idee, als Gegenstand zu erkunden.

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Die neue Arbeit des Leipziger Künstlers Danny Wagner untersucht Verschiebungen und Überzeichnungen bei Prozessen, in denen sich geologische und politische Ereignisse überlagern am Beispiel eines zukünftigen, großen Erdbebens in San Francisco.

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Suzanne Treister betreibt in ihren Projekten einen Archäologie des Medienzeitalters, indem sie heute weitgehend vergessenen Ereignissen nachspürt und Verbindungen zwischen verschiedenen historischen Ereignissen und Personen aus Wissenschaft, Militär und Kulturindustrie darstellt oder herstellt. Sie bewegt sich dabei stets auf dem schmalen Grad von Wissenschaft und Parawissenschaft, Technokult und Technologiekritik, Fakten und Fiktionen und erschafft in ihren weit verzweigte Paralleluniversen Narrative über die Möglichkeiten und Grenzen von Identität und Geschichtsschreibung in der Mediengesellschaft.

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