Window Display Show #4: to the people of Leipzig

Eröffnung
Freitag 01.03.2013, 19 Uhr

Ausstellungsdauer
02.03. – 17.03.2013

Künstler/innen
Paul Philipp Heinze, Matthias Krause, Philipp Ackermann, Kate Mackeson

FH: Wie kam es zu dem Titel »to the people of Leipzig«?

HJH: Auf den ersten Blick hat der Titel ja diesen lichtbringerischen Beigeschmack: Da kommen ein paar Künstler aus Berlin in die Pleißestadt und haben die Wahrheit im Gepäck. Uns interessiert es, mit den Leuten, unseren Freunden, den Menschen der Stadt, in Kontakt zu treten; Menschen, die ähnliche Anliegen und Probleme teilen wollen. »to the people of Leipzig« richtet sich ganz konkret an diese Menschen in dieser Stadt. Ich denke gerade, dass »for the people of Leipzig« ein besserer Titel gewesen wäre.

FH: Von welchen Anliegen und Problemen sprechen Sie?

HJH: Wir sprechen als Gruppe viel über systemisch-ideologische Bewegungen unserer Zeit. Umwälzungs- und Überschreibungsprozesse, die unser aller Alltagswirklichkeit mehr oder weniger täglich diffus durchdringen. Ein Anliegen der Gruppe ist es, diese Bewegungen in einer Livehaltung aufzunehmen und zu problematisieren. Ein Abbildungsprozess ist hier angezeigt.

FH: Arbeiten Sie oft als Gruppe zusammen?

HJH: Ja, sehr oft (lacht), auch in gelegentlich wechselnder Besetzung. Uns ist allen gemein, dass wir unbedingt in einer gemeinsamen Struktur beobachten wollen, wie sich Dinge verselbstständigen können und über die Möglichkeiten des Einzelnen hinauswachsen. Dass sich dann und wann Dinge verselbstständigen heißt allerdings nicht, dass nur ein taumelndes Bauchgefühl tonangebend wäre. Natürlich benutzen wir trotz des Unsagbaren in unserer Arbeit den Kopf, denn ohne diesen wären wir ja alle nur Gartenzwerge. Die Gruppe bleibt dabei für uns das schwierigste und fragilste Konstrukt überhaupt, besteht dieses aber bis zu einem gewissen Punkt, entstehen Bilder, die der/ die Einzelne nur schwer in der Lage wäre zu artikulieren. Das ist für uns ein generelles Phänomen.

FH: Können Sie bitte näher auf diese Bilder eingehen.

HJH: Es geht in gewisser Weise um Vor- und deren Nachbilder. Die Welt dabei aber nicht
ausschließlich als Aneinanderreihung zu begreifen, ist wichtig. Bilder eines Epochalen Wandels, zumindest auf dem Feld des Kulturellen, interessieren uns nicht. Wir befinden uns gesellschaftlich an einem Punkt, an dem es äußerst selbstsüchtig wäre die Welt umstürzen zu wollen. Dennoch sind unsere Bilder gekennzeichnet von Rückzug und Unruhe, aber gleichzeitig weit entfernt von Pessimismus.

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