Symposium - Suchroutinen: Erzählungen von Datenbanken

Symposium: 25.10. – 26.10.2014
Ort: sublab, Karl-Heine-Straße 93, 04229 Leipzig
Wegbeschreibung Sublab: http://www.sublab.org/lage

Vortragende des Symposiums: Marcus Burkhardt, Wolfgang Coy, Francis Hunger, WaiWai und Heath Bunting

Programm

Sa 25.10.

18.00 Uhr – Heath Bunting & WaiWai
19.00 Uhr – Workshop Präsentationen

So 26.10.

10.00 Uhr – Wolfgang Coy: Von der Rechenmaschine zum Speichermedium
11.00 Uhr – Forum Symposiumsteilnehmende
12.00 Uhr – Ausstellungsführung mit Hannah Sieben & Lena Brüggemann im D21 Kunstraum
14.30 Uhr – Marcus Burkhardt: Was nicht passt, wird passend gemacht: Zur Logistik relationaler Datenbanken
16.00 Uhr – Francis Hunger: Datenbanken als Infrastruktur – Das Unsichtbare sichtbar machen

Das Symposium »Suchroutinen: Erzählungen von Datenbanken« begibt sich auf die Suche nach der »Form« der Datenbank. Jenseits prominenter Diskussionen um Überwachung durch die NSA, oder von Hackerangriffen auf Passwörter hunderttausender Nutzer, soll der Fokus auf eine Entwicklung gelegt werden, die unser Leben grundlegend geändert hat: Google, Facebook, SAP, Oracle sind Firmen, deren Geschäft auf Datenbanken basiert und die einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel eingeleitet haben – die maschinelle Speicherung und Verarbeitung von Daten. Es soll darüber diskutiert werden, was Datenbanken überhaupt sind, woher sie stammen und wieso sie für die heutige Gesellschaft einerseits ausgesprochen wichtig sind und andererseits wenig wahrgenommen werden.

Öffnet man einen Wasserhahn, hebt man Geld ab, sieht man fern oder Kunst – immer ist im Hintergrund eine Datenbank beteiligt. Ihre Unsichtbarkeit lässt sich beispielhaft anhand der Firma SAP demonstrieren. Die im deutschen Walldorf ansässige Softwareschmiede liefert Datenbankanwendungen für mehr als 20% des Weltmarktes bei einem Jahresumsatz von 13,25 Millionen Euro in 2012. Ohne sie kämen Banken ebenso wenig aus, wie Krankenhäuser, Stadtverwaltungen, und jegliche Produktionsstätten. Der Bekanntheitsgrad von SAP und anderen Datenbankanwendungen im Verhältnis zu ihrer Bedeutung ist umgekehrt proportional.

Gleichzeitig gibt es in den Sozial- und Kulturwissenschaften bisher nur wenig Diskussion darum, was eine Datenbank als Form ausmacht.

Beiträge

Heath Bunting und Wai Wai / irational.org

Der Künstler Heath Bunting (Netzkünstler im Ruhestand) setzt sich im Sinne des Hackings mit technologischen, kulturellen und sozialen Systemen auseinander. So verfolgte er eine ausführliche Recherche, um komplette Identitäten von Grund auf herzustellen.

WaiWai ist eine formal ausgebildete Künstlerin, selfmade-Programmiererin und Hexe in Ausbildung. Ihre aktuelles Projekt ist ein selbstgebautes Atelier im Wald, in dem sie gleichzeitig lebt, und mit verschiedenen Praktiken experimentiert, u.a. Informatik, Kräutermedizin und Alchemie.

Professor em. Wolfgang Coy (HU Berlin) sieht in der Geschichte der Computertechnik eine Verschiebung von den Rechenmaschinen zu großen Speichermedien. Damit zeigt die Informatik ihr tiefgreifendes Potential zur Entwicklung einer postindustriellen Gesellschaft, die wesentlich darauf beruht, stets und überall programmgestützte Zugriffe auf das weltweit gespeicherte Wissen zu erlauben.

Marcus Burkhardt (Centre for Digital Cultures, Leuphana Universität Lüneburg) diskutiert die Datenbank als Chiffre für die scheinbar grenzenlose Verfügbarkeit von Informationen: Allenfalls ein paar Suchanfragen entfernt findet man die Gesamtheit des Weltwissens. Aber kann man die Datenbank wirklich als leeren Container beschreiben? Es gilt danach zu fragen, welches Wissen bzw. Unwissen in Datenbanken eingeschrieben ist.

Francis Hunger (Künstler, Leipzig) begibt sich mit dem Publikum in ein Gespräch über Datenbanken als Infrastruktur. Diese zeichnet sich aus durch ihre Unsichtbarkeit im alltäglichen Leben, wobei ohne sie kein Alltag möglich ist, man denke nur an Stromleitungen, Straßenverkehr, Satelliten. Wie kann diese sichtbar gemacht werden?

Kooperationspartner

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